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RSSPrint

Die Hakenfelder Wichernkirche im Nationalsozialismus

Vorstellung der Dokumentation am 30. Oktober um 15 Uhr im Gemeindehaus

Ausschnitt aus dem Cover der Wichern Dokumentation. Copyright: Wicherngemeinde Berlin-Spandau
Ausschnitt aus dem Cover der Wichern Dokumentation. Copyright: Wicherngemeinde Berlin-Spandau
Ausschnitt aus dem Cover der Wichern Dokumentation. Copyright: Wicherngemeinde Berlin-Spandau
Ausschnitt aus dem Cover der Wichern Dokumentation. Copyright: Wicherngemeinde Berlin-Spandau

Am Samstag, 30. Oktober 2021 um 15 Uhr findet die Vorstellung der Dokumentation zur Geschichte der Wicherngemeinde in der NS-Zeit und der Geschichte der Wichernglocke von 1934 statt. Ort ist das Gemeindehaus, Wichernstraße 14-21 in 13587 Berlin.

Die ursprünglich im Frühjahr 2020 vorgesehen Vorstellung musste wegen der damals beginnende Corona-Pandemie zweimal verschoben werden.

„Der Kirchenkampf geht nirgends so gehässig zu wie in Hakenfelde“ – dieses Zitat gibt der Dokumentation über die Geschichte der Evangelischen Wicherngemeinde zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur ihren Titel. Auslöser für die Einsetzung einer Arbeitsgruppe war die Diskussion über die Glocke der Kirche, die bis 2017 ein Hakenkreuz trug. Mit dem Beschluss des Gemeindekirchenrats der heutigen Kirchengemeinde Wichern-Radeland im Spandauer Ortsteil Hakenfelde die Glocke abzuhängen, begann auch die Aufarbeitung.

Die Arbeitsgruppe hatte den Auftrag, ihre Ergebnisse in Form einer Dokumentation zu veröffentlichen und beauftragte zu diesem Zweck den Historiker Lukas Menzel mit der Ausarbeitung der Gemeindegeschichte von 1933 bis 1945. Die zwölf Jahre waren – bezogen auf die Evangelische Kirche – maßgeblich bestimmt von der unter dem Begriff „Kirchenkampf“ geführten Auseinandersetzung zwischen Vertretern von Bekennender Kirche und der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“. Über die Glocke hat Gemeindeglied Jürgen Elmen ein eigenes Kapitel verfasst, das sowohl ihre Geschichte als auch den Entscheidungsprozess bis hin zu ihrem Austausch im Dezember 2017 beinhaltet. Entstanden ist so eine 268-seitige Dokumentation in Buchform mit wissenschaftlichem Anhang und Quellendokumenten.

In einer kenntnisreichen Einführung wird die Entstehung des Kirchenkampfes zwischen den dem Nationalsozialismus anhängenden Deutschen Christen und der auf dem politischen Neutralitätsgebot pochenden, bekenntnistreuen Bekennenden Kirche geschildert. In Hakenfelde, wegen der großen Anzahl von NSDAP-Mitgliedern auch „Hakenkreuzfelde“ genannt, verlief der Konflikt zwischen den beiden Gemeindepfarrern und ihrer jeweiligen Anhängerschaft. Die Originalquellen im Anhang – Beschwerden, Protokolle, Anklagen – belegen noch anschaulicher als der Buchtext selber wie hart die Auseinandersetzungen geführt wurden und wie fanatisch von Seiten der Deutschen Christen bespitzelt und getrickst wurde. Eine spannende und gut lesbare Dokumentation, die die Zerrissenheit der Evangelischen Kirche im Nationalsozialismus anschaulich macht.

Die Dokumentation ist über jede Buchhandlung erhältlich: 
„Der Kirchenkampf geht nirgends so gehässig zu wie in Hakenfelde – Die Wicherngemeinde in Berlin-Spandau zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur 1933-1945 und ihre Glocke von 1934.“ ISBN 9783750461116, 11,99 €

Sie kann online über den BOD-Onlineshop (https://www.bod.de/buchshop) bestellt werden (Suchbegriffen „Wichern Glocke“). Neben der klassischen Druckfassung ist über den Link auch eine eBook-Ausgabe für 5,99 € erhältlich. Einige Buchexemplare liegen im Gemeindebüro zum Preis von 12,00 € zum Verkauf bereit.

Ort:
Kirchengemeinde Wichern-Radeland, Wichernstraße 14-21, 13587 Berlin, Tel.: 030 / 335 42 44